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Ortsvorstand Rangsdorf

Offener Brief

Anmerkungen zum Beitrag „Vielfältige Erinnerungskultur“ in den Mitteilungen des Bürgermeisters von Rangsdorf im „Allgemeinen Anzeiger“ vom 9. Mai 2020 von Karin und George Bamberger aus Rangsdorf

In einem offenen Brief haben sich zwei Genossen unseres Ortsverbandes an den Bürgermeister in Rangsdorf gewandt, um Stellung zu einem Artikel im Allgemeinen Anzeiger zu nehmen, den wir im folgenden allen Interessierten zur Kenntnis geben wollen.

Der 8. Mai 1945 war zweifelsohne ein Tag der Befreiung für die große Mehrheit der Menschen in Europa und darüber hinaus.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 brachte das faschistische Regime Krieg und Vernichtung über weite Teile Europas. Obwohl sich die Anti-Hitler-Koalition bereits im Sommer 1941 gebildet hatte, griffen die USA und Großbritannien erst spät, 1944, mit der Errichtung der zweiten Front in den Krieg in Europa ein, um gemeinsam mit der Roten Armee die faschistischen Armeen zu schlagen. Nun kehrte der Krieg, der von Deutschland ausgegangen war, auf deutschen Boden zurück. Durch anglo-amerikanische Luftangriffe wurden viele deutsche Städte in beiden späteren deutschen Staaten zerstört.

So war die Kapitulation der deutschen Führung eine Befreiung nicht nur der aus Vernichtungs- und Zwangsarbeiterlagern Befreiten, der Überlebenden der Todesmärsche, der Inhaftierten und Nazigegner, sondern auch der Menschen in deutschen Städten und Dörfern, die nicht mehr vor Luftangriffen in Bunker und Luftschutzkeller flüchten mussten, für die Soldaten und Volkssturmmänner, die nun nicht mehr in dem aussichtslosen Krieg sterben mussten.

Der 8. Mai 1945 war eine Niederlage für das Regime und für die, die es an die Macht gebracht hatten, aber nicht für das deutsche Volk. Natürlich war nach zwölf Jahren Diktatur und Naziideologie vielen Menschen in Deutschland solche Einsicht noch nicht möglich.

In den vorangegangenen Treffen in Teheran und Jalta und im Potsdamer Abkommen war zwischen den Regierungen der Sowjetunion, der USA und Großbritannien nicht nur vereinbart worden, die deutschen Streitkräfte vernichtend zu schlagen und einen dauerhaften Frieden zu schaffen, sondern auch alles dafür zu tun, den deutschen Militarismus und Nazismus auszurotten, aber dem deutschen Volk die Chance zu geben, das Leben auf demokratischer und friedlicher Grundlage neu aufzubauen. Als jedoch der gemeinsame Feind besiegt war, traten die Gegensätze zwischen den Siegern wieder deutlicher zutage.

In der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR war Antifaschismus, Befreiung und Friedenspolitik von Anfang an Grundsatz der Politik. Nicht zuletzt deshalb wurde die DDR als ein souveräner und völkerrechtlich anerkannter und in der UNO mitarbeitender Staat international hoch geschätzt. Sicher gab es Defizite in der Ausübung der Demokratie in der DDR und Ungerechtigkeiten, aber die DDR war kein Satellitenstaat der Sowjetunion und kein „Gulag“. Das zu behaupten, wie es der Autor des Artikels tut, ist eine Diffamierung der Bürger der DDR.

In der BRD dauerte es 40 Jahre, bis vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker der 8. Mai als ein Tag der Befreiung benannt wurde. Herr Dr. Kampe sagt in seinem Beitrag, was in der Bundesrepublik, entgegen den Beschlüssen der ehemaligen Alliierten, in der Bewältigung der Nazivergangenheit unterlassen und versäumt wurde. Es ist ihm zuzustimmen, dass den zunehmenden Aktivitäten von Alt- und Neunazis in unserer Gesellschaft, die Ergebnisse des II. Weltkrieges umzudeuten, entgegengetreten werden muss. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens am 02.08.1945 wird es sicher erneut Gelegenheit geben, daran zu erinnern, wie die Staatsführer der USA, der Sowjetunion und Großbritanniens die europäische und internationale Nachkriegsordnung gestalten wollten, was ja auch in der Gründung der Vereinten Nationen, der UNO, seinen Ausdruck fand.


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