1. Mai 2015

70. Jahrestag der Befreiung am 8. Mai

 

Aus diesem Anlass widmet sich die Partei DIE LINKE in Rangsdorf diesem historischen Ereignis und hat dazu Prof. Dr. Horst Schützler, Berlin, einen renommierten Kenner der Entwicklung im und nach dem II. Weltkrieg eingeladen.

Mit ihm wollen wir über die Befreiung vom Faschismus, die Rolle der Anti-Hitler-Koalition und das aktuelle Verhältnis Deutschland und Russland diskutieren. Das ist ein hoch interessantes Thema in unserer Zeit, zumal seit dem Ukraine-Konflikt das antirussische Ressentiment in der deutschen Gesellschaft wieder auflebt und geschürt wird.

Am 11. Mai 2015 um 18.00 Uhr laden wir dazu ins Waldrestaurant, Sachsenkorso, ein.

Im Gedenken an die Befreiung vom Faschismus, das uns ein Leben in Frieden und Wohlstand ermöglichte, sind die Bürger Rangsdorfs eingeladen.

Ortsverband DIE LINKE

Der Vorstand

 

 

7. April 2015

Zu ZR 01.04.2015 „Einblick in den Nahen Osten“.

Eine notwendige kurze Ergänzung zu dem o.g. Beitrag:

Es ist nicht einfach, mit wenigen Sätzen die komplizierte und verworrene Lage im Nahen Osten darzustellen. Erst recht nicht ist zu verstehen, wer eigentlich gegen wen kämpft.

Der Beitrag von Andrea von Fournier zeigt das deutlich und es ist erfreulich, dass sie ausgehend von den historischen Fakten auf die vielen Sekten, Ethnien und Religionen verwies. Es geht aber weiter um Macht, um den Besitz und die Ausbeutung der Bodenschätze und der Religionskrieg dient als Aushängeschild.

Die Menschen in den arabischen Ländern, gleich ob sie sie sunnitische oder schiitische Moslems sind, sich christlichen oder anderen Glaubensrichtungen zugeordnet fühlen, haben jahrzehntelang friedlich miteinander gelebt. Das konnte ich hautnah während eines Jahrzehntelangen Aufenthaltes in verschiedenen arabischen Ländern erleben. Fundamentalistische Kräfte wurden in die Schranken verwiesen. Politische Veränderungen bzw. Machtwechsel wurden teils friedlich, teils mit Waffengewalt durchgesetzt, jedoch vollzogen sie sich ohne sichtbare Einmischung ausländischer Kreise.

Über die kriegerischen Auseinandersetzungen hören wir täglich Neues. Wenig wird bekannt, welche Mächte aus dem Hintergrund die Kämpfe befeuern und wie der Nachschub, Waffen, Kämpfer und Geld in die Konfliktregion gelangen. Ein Stellvertreterkrieg zwischen den sunnitischen finanzstarken Mächten auf der arabischen Halbinsel und den schiitischen Gruppierungen ist sichtbar. Allein für diese Problematik wäre eine weitere Diskussionsrunde notwendig. Offenkundig ist, dass diese Gruppen, einschließlich des ausgerufenen Islamischen Khalifats, eine offene Grenze zur Türkei haben. Über diese Grenze, wie auch über Jordanien, wird der Nachschub an Waffen, Geldern und bereitwilligen neuen fundamentalistischen Kämpfern aus der ganzen Welt geduldet. Das unter Kontrolle des IS geförderte Erdöl wird dorthin legal und illegal verkauft. Die NATO-Staaten, angeführt von den USA, haben sich bisher zu keinem Druck auf die unterstützenden politischen Kräfte entschieden bzw. fördern indirekt den Fortgang der Kampfhandlungen.

Leider sind bisher alle Versuche, die Kriegshandlungen zu beenden und eine politische Lösung zu erreichen, fehlgeschlagen. So ist es nicht verwunderlich, wenn Millionen der von den militärischen Auseinandersetzungen betroffenen Menschen gezwungen werden, ihre Heimstätten zu verlassen. Ihnen sollte auch in Deutschland Hilfe und Unterstützung gewährt und vor allem mit Toleranz und Menschlichkeit begegnet werden.

 

Achim Reichardt


 

1. April 2015

Einblick in den Nahen Osten

Arabischer Experte erläutert in Rangsdorf die Situation in dem Krisengebiet

Issam Haddad (Foto: Axel Claus)

Die Schaffung eines islamischen Staates muss unbedingt verhindert werden!"
Issam Haddad Nahost-Kenner

von Andrea von Fournier

Rangsdorf - Ein thematisch heißes Eisen packte der Ortsverband der Linken in Rangsdorf an. Um sich der Fragestellung "Was ist los im Nahen Osten und ist der Islam eine Gefahr für uns?" zu nähern, hatte man den Nahostkenner Issam Haddad als Referenten eingeladen. Abdul Menem Abdolal, ein syrischer Flüchtling, der in Rangsdorf lebt, war ebenfalls Gast der Runde. Die Flüchtlingsproblematik spielt wegen der geplanten Unterkunft in Rangsdorf eine wichtige Rolle. Trotzdem waren aer Parteimitgliedern nicht mal eine Hand voll Besucher gekommen.

Issam Haddad, geboren 1939 im libanesischen Tripoli, lebt seit 1982 dauerhaft in Deutschland. Er studierte in den 60er Jahren in Westdeutschland Medizin und praktizierte dort als Arzt, bis er 1970 in den Libanon zurückkehrte. Er verließ das Land wieder, als 1982 israelische Truppen während des Bürgerkriegs einmarschierten. Er bezeichnet sich als Kommunist, engagiert sich in der Friedensforschung und r die Befreiung Palästinas. Außerdem sitzt er im Vorstand des Arabischen Publizisten - Vereins Deutschland und leitet-das Arabische Filmfestival in Berlin. Er erläuterte die historische Entwicklung des Nahen Ostens. Dabei ging er auf die Teilung der Region im und nachdem Ersten Weltkrieg durch Engländer und Franzosen sowie den späteren Eintritt der Amerikaner in das Krisengebiet ein. Dass England und Frankreich die Region aus dem Feudalismus in den Kapitalismus katapultierten und eine "Teile-und - Herrsche" -Politik betrieben, um Rohstoffe, Verkehrswege und Arbeitskräfte zu requirieren, habe den Grundstein für die heutige Situation gelegt, so Haddad. Die Zuhörer bekamen eine Ahnung von der komplizierten Lage, von den vielen Sekten, Ethnien und Religionen. Nach dem Irakkrieg 2003 habe sich die Situation so zugespitzt, dass kein interkulturelles Zusammenleben mehr möglich sei. Für Issam Haddad ist Ägyptens Entwicklung von größter Bedeutung: Die Ablösung der Muslimbrüderschaft sei nötig gewesen, nun müssten Demokratisierung und Schaffung von Arbeitsplätzen folgen. Das werde Einfluss auf Syrien und die gesamte Region haben. Er räumte dem 1S kaum Bedeutung ein - aber: "Die Schaffung eines islamischen Staates muss unbedingt verhindert werden!". Dem schloss sich Abdul Menem Abdolal an, der den 1S mit Parasiten verglich.

 

Veröffentlicht in ZR 01.04.2015


 

Diskussionsrunde zum Islam und was man darunter versteht!

Was ist los im Nahen Osten, in den arabischen Ländern und ist der Islam, der Islamische Staat, wirklich eine Gefahr für uns?

Mit diesem Thema setzt DIE LINKE in Rangsdorf die Diskussionsrunden zu aktuellen internationalen Fragen fort und behandelt dabei gleichzeitig das Flüchtlingsproblem. Sie hat zu diesem Thema einen erfahrenen arabischen Politiker eingeladen, der die betroffenen Länder kennt, kürzlich in der Region weilte und uns sicher viele offene Fragen über Hintergründe und politische Zusammenhänge beantworten kann. Er beherrscht die deutsche Sprache.

Interessenten sind herzlich eingeladen, an der Runde am
Montag, 30. März 2015 um 19:00 Uhr
bei Reinhard Baier, Natur & Text, Friedensallee 21
teilzunehmen.

 


 

 

11. Februar 2015

Heureka im Winter!

Gedanken zu Griechenland

Ob es Hoffnung weckt,
wenn im Gras versteckt man entdeckt,
dass e i n Sonnenstrahl,
auch im Schneekristall
Glanz entfacht

Wenn statt Macht
auf ihren Reisen
die drei Weisen
Klugheit preisen
und als Troika nicht vereisen
was von Götterhand
einst durch Griechenland wurde weltbekannt:
Alles f l i e ß t!

Freude schöner Götterfunken!
Troika wurde abgewunken:
fließen nicht bergauf,
keine „Sandbank-Rating“ hindert ihren Lauf
auf dem Weg ins M e e r,
Steine liegen quer
bis für alle da Arbeit und
„Ambrosia“!

Käthe Seelig

 

 

23. Januar 2015

Rangsdorf verleiht erstmals Ehrenpreis

Wünsche für die Ausgezeichnete

Anlässlich des Neujahrsempfanges des Bürgermeisters von Rangsdorf am 23. Januar 2015 wurde unsere Genossin Dr. Käthe Vogeler Seelig als erste Rangsdorfer Bürgerin mit der erstmals gestifteten Ehrennadel ausgezeichnet. Sie ist „eine Ehrenbezeugung der Gemeinde Rangsdorf für Menschen, die sich mit ihrem Wirken um unseren Ort besonders verdient gemacht haben“.

Mit einer Laudatio von Petra Siegert, Bibliotheksleiterin, wurden die literarischen Arbeiten der Preisträgerin und ihr Wirken für das kulturelle Leben in Rangsdorf gewürdigt.

Dr. Käthe Vogeler-Seelig, die kurz vor ihrem 100. Geburtstag steht, hat in ihrem Leben alles getan, junge Menschen dahin zu führen, für eine sozial gerechte Ordnung, für Toleranz, Solidarität und eine friedliche Entwicklung einzutreten.

Der Ortsverband DIE LINKE beglückwünscht Genossin Dr. Vogeler-Seelig und wünscht der rüstigen Seniorin Gesundheit und weiteres literarisches Wirken.

 

 


 

 

29. Dezember 2014

Die Einwohner müssen auf den Weg der Menschlichkeit mitgenommen werden

Zur Diskussion über Flüchtlingsunterkünfte in Rangsdorf veröffentlichte die MAZ/Zossener Rundschau am 29.12.2014 den Leserbrief von Achim Reichardt

Warum tut sich Rangsdorf so schwer? Und warum müssen solche Überschriften „Keine Flüchtlingsunterkunft in Groß Machnow“ überhaupt in die Öffentlichkeit getragen werden. Und dann noch die Meinungen dieser oder jener Person. Das bringt doch nur Unruhe unter unseren Bürgern.

Wenn Menschen durch Kriege ihr Hab und Gut verlieren und in anderen Ländern Hilfe suchen, sollten wir das ernst nehmen und nicht mit Bürokratie verschleiern. Um der Demokratie Genüge zu tun, wird in Ausschüssen und in der Gemeindevertretung diskutiert. Es wird viel Papier beschrieben. Muss das so sein? Wenn Rangsdorf 26 Flüchtlinge „nach den geltenden Quotenregelungen“ (lt. Pressemitteilung des Bürgermeisters vom 16. Dezember) aufnehmen muss, dann muss gehandelt werden. Nicht bürokratisch, sondern effektiv. Es wäre notwendig, dass der Bürgermeister sofort eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich der Sache annimmt und innerhalb kürzester Zeit Vorschläge zu unterbreitet, wo und wie die Flüchtlinge untergebracht werden können. Entscheidungen beschließt dann die Gemeindevertretung.

Als erstes wäre erforderlich gewesen, in Erfahrung zu bringen, ob es sich um Familien oder Einzelpersonen handelt. Das war wohl auch die Position von Linken Fraktionschef Peter Wetzel, der sich für eine Unterbringung in Wohnungen aussprach, damit die Neuankömmlinge sich besser mit den Einwohnern unseres Ortes arrangieren können.

Wir wissen nicht, woher die Flüchtlinge kommen. Deshalb sollten wir versuchen, die bisherigen Lebensgewohnheiten, die religiösen Gefühle und sprachlichen Kenntnisse kennen zu lernen und bei der Aufnahme berücksichtigen. Unter diesen Flüchtlingen befinden sich vielleicht Menschen mit hoher Bildung, mit gutem fachlichem Ausbildungsstand und einem bisherigen angemessenen Lebensstandard.

Den Flüchtlingen, die auf Grund von kriegerischen Auseinandersetzungen in ihren Ländern - an denen auch westlichen Staaten für die Flucht vieler Menschen mitschuldig sind – zu uns kommen, sollten wir mit Menschlichkeit und Entgegenkommen gegenüber treten. Und unter diesem Gesichtspunkt müssen wir als Rangsdorfer (nicht nur DIE LINKE, sondern auch alle anderen gesellschaftlichen Kräfte, Parteien, Vereine und Kirchen) an einem Strang ziehen. Hier geht es nicht um Geld, es geht darum, wie wir unsere Einwohner mit diesen Fragen konfrontieren, sie auf den Weg der Menschlichkeit, des Humanismus mitnehmen, die Flüchtlinge und Asylsuchenden mit Gastfreundschaft aufnehmen. Wenn wir wollen, dass diese Menschen in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können, dann müssen wir auch mehr tun, um diese Kriege zu beenden. Das dürfen wir nicht vergessen. Die Unterbringung von hilfsbedürftigen Menschen ist der Anfang. Die Eingliederung, solange diese Flüchtlinge unter uns weilen, ist die nächste Aufgabe. Es steht noch viel Arbeit vor uns.

 


 

 

20. November 2014

Gedanken zu „Alternative für Deutschland“ oder „Alternative für Rangsdorf“

Zu MAZ/Zossener Rundschau 14.11.2014 „Scharfenberg legt sein Mandat nieder“

Kaum zu glauben. Gerade einmal 5 Monate in die Gemeindevertretung in Rangsdorf hinein geschnuppert und schon die Reißleine gezogen. Das sollte doch nicht wahr sein, oder?

Als ich im Vorfeld der Kommunalwahlen versucht habe, Bürger in Rangsdorf für eine Kandidatur für die Gemeindevertretung zu gewinnen, haben viele bedauerlicher Weise wegen des zeitlich hohen Aufwandes abgelehnt. Diese Bürger kannten ihre Verantwortung und haben die Wähler nicht betrogen.

Die Demokratie ist eine erhaltenswerte Errungenschaft und man kann doch nicht so oberflächlich mit ihr umgehen. Hartmut Rex hatte bereits in seinem Leserbrief, ZR vom 24.06.2014, mit verständlichem Unmut geantwortet, wenn gewählte Kandidaten nach der Wahl die durch den Wähler erteilte Aufgabe nicht annehmen. Ich kann ihm nur recht geben, dass damit die Desinteressiertheit am politischen Leben noch mehr gefördert wird.

Noch im Januar ds.Js. wird von Oliver Scharfenberg groß angekündigt, mit einer Bürgerinitiative „Die Rangsdorfer“ die Hochburg der FDP zum Fall zu bringen. Dann wechselt er schnell mal zur Alternative für Deutschland (AfD). Bei der Kommunalwahl erringt er für die AfD 218 und seine Frau 98 Stimmen. Herr Scharfenberg zieht in die Gemeindevertretung ein. Was sich jedoch die Tage kurz vor der Wahl am 25. Mai ereignet, bleibt wohl für den normalen Bürger unverständlich. Sie erfahren am 22. Mai aus der Zeitung, dass Oliver Scharfenberg, seine Frau aus der AfD ausgetreten sind und sie als Parteilose auf der AfD-Liste weiter kandidieren. Was nun noch undurchsichtiger wird, er zieht als „AfR“, als „Alternative für Rangsdorf“ in das Gemeindeparlament ein.

Der Rücktritt von ihm und seiner Frau als Nachfolgekandidat, weitere gibt es nicht, wirft natürlich die Frage auf, wurde hier ein Wahlmanöver in die Wege geleitet, um den Stimmenanteil der Parteien zu verringern, die sich seit Jahren kontinuierlich und aufopferungsvoll für die Belange der Gemeinde und vor allem ihrer Einwohner einsetzen.

Das ist eine Frage, die nach mehr Aufklärung ruft. Auch ist die Frage zu stellen, wie sollten nun die 316 Stimmen aufgeteilt werden, um die festgelegte Anzahl von Gemeindevertretern zu garantieren?

 

Achim Reichardt

Veröffentlicht in MAZ/Zossener Rundschau 15.12.2014

 


 

26. November 2014

Was ist los im Nahen Osten?

Über diese Frage diskutierten auf Einladung der Partei DIE LINKE in Rangsdorf zahlreiche Besucher einer zweiten Diskussionsrunde zu internationalen Fragen.

Auf dieser Veranstaltung konnte der Botschaftsrat der Palästinensischen Mission in Berlin, Abdullah Hijazi, die vielen Fragen sachkundig beantworten, wie sich nach dem sogenannten Arabischen Frühling so eine tiefgreifende, komplizierte und kriegerische Lage in der Region entwickeln konnte, die sich immer chaotischer darstellt.

Nach wie vor harrt das Palästina-Problem einer Lösung. Israel ist trotz jahrelanger Verhandlungen nicht bereit, einen palästinensischen Staat zu akzeptieren. Die von Palästinensern bewohnten Gebiete sind von Israel besetzt. Die Dokumentation der Siedlungsgebiete der Palästinenser zwischen 1947 bis zur Gegenwart zeigte, wie die Siedlungspolitik Israels den Lebensraum der gegenwärtigen Bewohner einschränkt. Erschwerend kommt hinzu, dass die palästinensischen Gebiete von Israel militärisch besetzt sind, unzählige Kontrollpunkte die Bewegungsfreiheit einschränken und Israel auf palästinensischem Gebiet eine 9 Meter hohe Mauer errichtet hat. Es gibt Straßen, die nur von israelischen Bürgern benutzt werden dürfen. Die Spitze dieses Eisberges befindet sich in Jerusalem, von Israel als Hauptstadt deklariert. International wird der westliche Teil zu Israel gehörend betrachtet, der östliche Teil zu Palästina. Das ist auch die Position der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), d.h. ihrer Konsensregierung, die bereits viele Zugeständnisse in der Frage Land gegen Frieden gemacht hat. Bedauerlicher Weise sind die in den 90-er Jahren mit dem Osloer Verträgen erreichten Fortschritte, Autonomie, zum Erreichen einer Zweistaatenlösung nicht annähernd weiter gekommen, obwohl die UNO Palästina als Staat anerkannt hat.

Der letzte Krieg zwischen der Hamas im Gazastreifen und Israel hat die Spannungen zwischen den Palästinensern und Israel sowie in der Region weiter erhöht.

Die zahlreichen Fragen zum Verhältnis Israels zur PLO, zur Haltung der USA und der EU zur Lösung der Palästinafrage konnte Abdullah Hijazi sachkundig und mit historisch korrekten Fakten beantworten. Der Zeitrahmen reichte nicht aus, den Bogen auf die gesamte Region zu spannen. Eins wurde immer wieder von den Fragestellern betont: Kritik an der Politik Israels ist kein Antisemitismus.

Es gab Übereinstimmung, die Diskussionsreihe Anfang 2015 weiter zu führen.

 

Achim Reichardt

 


 

 

22. September 2014

Denken wir auch an die Kriegsgefahr?

Angesichts der angespannten internationalen Lage, der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten wurde mir die Frage gestellt, ob DIE LINKE sich nur noch mit Wahlen und kommunalen Fragen beschäftigt, oder ob es angesichts der bedrohlichen Lage auch notwendig ist, sich diesen Fragen zu widmen. In einer sehr emotionalen ersten Diskussionsrunde Mitte September wurde vor allem die Situation in der Ukraine behandelt.

Es stellt sich heraus, dass einige der teilnehmenden Sympathisanten sich intensiv mit der Entwicklung in der Ukraine beschäftigt hatten und deutlich machten, dass der Ursprung und die Schärfe der Auseinandersetzungen in den geopolitischen Zielen der USA zu suchen sind.

Angeführt durch die USA und der NATO wird entgegen früheren Vereinbarungen mit Russland die Krise in Ukraine genutzt, das Bündnissystem bis an die Grenzen Russlands auszudehnen und diesen Staat mit Versprechungen in das NATO System einzubeziehen, ohne die strukturellen wirtschaftlichen Interessen und das soziale Gefüge zu berücksichtigen. Die EU und damit auch Deutschland folgt dieser Politik der USA und stellt eigene wirtschaftliche Interessen in der Zusammenarbeit mit Russland in Frage. Deutlich werden bereits jetzt höhere Belastungen der breiten Masse des ukrainischen Volkes, die im Interesse der Oligarchen ohne Rücksicht durchgesetzt werden.

Angeprangert wurde im Verlaufe der Diskussion besonders die antirussische Berichterstattung mit vielen Falschmeldungen. Nach dem Ende des II. Weltkrieges führt diese antirussische Propaganda zu neuen Spannungen, die zur Vergiftung der zwischenstaatlichen Beziehungen und zur Gefahr für den Frieden werden können. Da hat der ehemaligen Außenminister der BRD, Dietrich Genscher, recht, der die Position Putins nach vollziehen kann.

Die Teilnehmer fordern von der deutschen Außenpolitik eine neutrale Haltung, Beendigung der Sanktionen und keine Teilnahme an Maßnahmen, in die deutsche Soldaten einbezogen werden. Übereinstimmung bestand in der Forderung, alles zu tun, damit die kriegerischen Auseinandersetzungen nicht zu einem neuen Krieg führen.

In einer nächsten Diskussionsrunde wird sich dieser Kreis der Situation im Nahen Osten widmen. Interessenten sind jeder Zeit willkommen.

 

Achim Reichardt

 


 

 

29. April 2014

WählerInnenforum zur Kommunalwahl

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Freunde und Sympathisanten,
liebe Genossinnen und Genossen,

der Ortsverband Rangsdorf DIE LINKE. lädt anlässlich der Kommunalwahlen, am 25.05.2014, zu einer Wahlveranstaltung, auf der die Möglichkeit besteht, unsere Kandidaten kennen zu lernen, Fragen zu stellen und über das Wahlprogramm zu diskutieren, ein.

Veranstaltungsort ist das Rathaus in Rangsdorf.

Die Veranstaltung findet am 15.05.2014, um 19:00Uhr statt.

Wir freuen uns, Sie im Rathaus Rangsdorf begrüßen zu können.

DIE LINKE.
Ortsverband Rangsdorf

Der Vorstand

22. April 2014

Europa ist auch kommunal

Die Linke hatte die Rangsdorfer Bürger eingeladen , um Sinn und Zweck der am 25.05.2014 stattfindenden Europawahl zu erläutern. Manches war neu und vieles blieb offen, denn ein " Verhinderungsparlament " zu wählen ist nicht so einfach zu begreifen. Aber es scheint wohl im Moment noch die wichtigste Aufgabe des EU-Parlaments zu sein die Völker Europas vor den Interessen der Nationalstaaten zu verteidigen.
Ein Rückwärts von Europa darf es nicht geben und das EU-Parlament , mit seinem EU-Rat und EU-Kommissionen, bedarf umfangreicher Reformen, um mehr Demokratie zu erreichen.

9. April 2014

Parteiengefüge

Unter dieser Überschrift veröffentliche die Zossener Rundschau folgenden Leserbrief zu:

„Rangsdorf kontra Wikipedia“, 22.3.2014, S.11

Die Überschrift täuscht. Eigentlich geht es ja um einen Antrag der Kommunalwahlliste „Die Rangsdorfer/AfD“, wie die Zossener Rundschau berichtet. Die Leser werden nun schon seit Januar mit dem Anliegen dieser Bürgerinitiative (BI) konfrontiert. Ist es nun eine Bürgerinitiative oder noch nicht oder überhaupt keine mehr. Noch im Januar kündigt der Organisator der Bürgerinitiative, Oliver Scharfenberg, einen Kampf gegen die FDP in Rangsdorf mit dem Ziel an, „die FDP-Hochburg wird fallen“. Schon einen Monat später wirbt er in der Zossener Rundschau für die in Deutschland umstrittene Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), die sich gegen ein einheitliches, sozial gerechtes Europa ausspricht. Für die Wähler in Rangsdorf wird immer deutlicher, dass „Die Rangsdorfer“ als Bürgerinitiative nicht mehr wahrgenommen werden können, (der folgende Kursiv geschriebene Absatz wurde weggelassen)
denn am 26.03.2014 wird in der Zossener Rundschau lapidar mitgeteilt, dass es „eine Kommunalwahlliste Die Rangsdorfer/AfD nicht gibt.“ Herr Scharfenberg kandidiert für die Liste der Alternative für Deutschland. Da kann man nur staunen.

Es ist anzunehmen, dass Herr Scharfenberg und Dr. Ing. Ralf von der Bank danach streben, in Rangsdorf die AfD aufzubauen und in das bisherige Parteiengefüge einzubringen. Dann wird bestimmt wieder über die Verwendung des Rangsdorfer Wappens diskutiert werden. Ich denke, dass das Online-Lexikon Wikipedia für Rangsdorf wirbt. Warum sollte es das Wappen löschen?

Denken wir zurück. Wir haben in Rangsdorf schon mehrfach, nach der letzten Wahl 2008 war es die Bürgerinitiative „Die Parteilosen Rangsdorf“, die Erfahrung gemacht, dass sie sich sofort mit einer Zählgemeinschaft zwischen der FDP und der CDU verbandelte. Es ging ihr nach der Wahl in das Gemeindeparlament nicht mehr um die vorher festgeschriebenen Ziele, sie koalierte umgehend mit der führenden Partei. Erfreulicherweise gibt es Bürgerinitiativen, parteiübergreifend, die sich z.B. gegen Fluglärm und so weiter einsetzen. Das nenne ich richtig eine Bürgerinitiative.

 

Achim Reichardt
Rangsdorf

 

15. März 2014

Bürgermeister im Wahl-Spagat, ZR 14.03.2014

So wird die Demokratie manipuliert und reduziert. Warum ändert unser Landesparlament nicht das Kommunalwahlgesetz? Ja, die Politiker, auch in den Kommunen, sind den Wählern verpflichtet. Wenn Bürgermeister oder auch andere gewählte Beamte sich für einen Sitz in einer Gemeindevertretung bewerben, nur um Stimmen für die eigene Partei zu sammeln, ist das Wahlbetrug. Ein Rücktritt vom Amt müsste unweigerlich erfolgen. Der Leser Arno Busch hat das am 17.3. in seinem Leserbrief unterstrichen. Da kann man nur zustimmen.

Axel Claus, Rangsdorf
Veröffentlicht in der Zossener Rundschau 24.3.2014

16. Januar 2014

Die Märkische Allgemeine/Zossener Rundschau veröffentliche am 15.01.2014. auf der ersten Seite einen Bericht über die Gründung einer neuen Bürgerinitiative in Rangsdorf mit der Überschrift „Die FDP-Hochburg wird fallen“.

Nachfolgend eine Antwort:

Zu MAZ/ZR 15.01.2014 „ Die FDP-Hochburg wird fallen“

Kommunalwahlen stehen vor der Tür und schon melden sich neue Bürgerinitiativen, um mehr Demokratie und Mitsprache der Bürger anzustreben. Die Bürgerinitiative unter den Namen „Die Rangsdorfer“ will sogar die Hochburg der FDP zu Fall bringen. Damit ist sicher nicht gemeint, alles Bisherige, alles was in Rangsdorf von der gewählten Gemeindevertretung beschlossen wurde, in Frage zu stellen. Über eine nächste Gemeindevertretung müssen die Bürger im Mai entscheiden.

Wer schon mehrere Wahlen in Rangsdorf mitgemacht hat weiß, wie es zu dieser „FDP-Hochburg“ gekommen ist. Natürlich durch Wahlen. Bei Kommunalwahlen hat sich unser Bürgermeister als Gemeindevertreter mit aufstellen lassen, um auf diesem Wege Stimmen für die FDP-Fraktion zu sammeln. Er nutzte seinen Bekanntheitsgrad, obwohl er wusste, dieses Mandat nur annehmen zu können, wenn er als Bürgermeister zurücktritt. Nun gibt es in der Kommunalverfassung des Landes die Möglichkeit, diese Betrugsmöglichkeit, so muss der Bürger das betrachten, als „demokratische Spielregel“ zu nutzen. Zu dieser Problematik äußerte sich kürzlich die neu gewählte Landrätin der Partei DIE LINKE, Kornelia Wehlan. Sie erklärte eindeutig, dass dies unvereinbar mit dem Amt und nicht glaubwürdig ist, wenn man sich zur Wahl stellt und dann das Mandat nicht annimmt.

Die kommenden Kommunalwahlen im Mai sollten uns ein reales Bild über die Stimmung der Bürger für die Kandidaten der Parteien und Bürgerinitiativen geben und es ist zu hoffen, dass

bei den bevorstehenden Kommunalwahlen, in Rangsdorf und anderswo, der Entschluss unserer Landrätin verinnerlicht und der Trennung vom politischen Amt und gewählten Vertreter nachgekommen wird. Vielleicht sollten die Gesetzgeber in Potsdam über das Wahlgesetz nachdenken.

Es erscheint etwas anmaßend von der Bürgerinitiative „Die Rangsdorfer“ als Ziel auszugeben, die „FDP-Hochburg“ zu Fall zu bringen. Um mich nicht falsch zu verstehen, ich bin nicht gegen Bürgerinitiativen. Sie sind in unserer demokratischen Gesellschaft mehr denn je erforderlich. Es geht um die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens und um die weitere Entwicklung in unserer Gemeinde. Da sollten alle Zusammenwirken.

Der Organisator „Die Rangsdorfer“, Oliver Scharfenberg, hat natürlich recht. Die Zahl der Nichtwähler ist zu hoch. Und wenn es so weiter geht, verblasst die viel gepriesene Demokratie. Deshalb kann, ja muss man die Trägheit der Bürger überwinden, man muss sie wach rütteln, damit nicht eines Tages die Demokratie verblasst und die weitere Entwicklung nicht im Interesse und nicht zum Nutzen der Bürger verläuft.

Achim Reichardt,
Rangsdorf

Veröffentlicht am 07.02.2014 in der Zossener Rundschau mit kleinen Weglassungen.

23. Januar 2014

Kommunalwahlen am 25. Mai 2014

Der Ortsverband DIE LINKE bestätigte am 22. Januar 2014 die Kandidaten für die Wahl zum Kreistag Teltow-Fläming.

Auf der Liste zur Wahl der Kandidaten werden folgende Bürger aus Rangsdorf für die Partei DIE LINKE zur Wahl antreten:

Hartmut Rex, Gemeindevertreter

Alexander Boldt, Gemeindevertreter

Axel Claus, Sachkundiger Bürger im Finanzausschuss

Wir rufen die Bürger aus Rangsdorf und den Ortsteilen Groß Machnow und Klein Kienitz auf, die Kandidaten der Partei DIE LINKE zu wählen. Diese Kandidaten haben mit Sachverstand bereits in der bisherigen Gemeindevertretung gearbeitet und wurden für würdig befunden, als Kreistagsabgeordnete die Interessen unserer Gemeinde und des Kreises zu vertreten.

Ortsverband DIE LINKE

Rangsdorf

Unser Kandidat für die Bundestagswahl – Steffen Kühne

Der Wahlkampf für die Bundestagswahl ist bereits im vollen Gange. Fernsehen und die Medien führen uns täglich das demonstrative Auftreten der Kanzlerkandidaten Merkel, CDU, und Steinbrück, SPD vor Augen. Tagtäglich wird uns die Glücksseligkeit versprochen und mit Milliarden Euro jongliert.

An der Peripherie, in direkten Kontakt mit den Menschen stehen solche jungen Menschen wie Steffen Kühne, der im Bundestagswahlkreis 62 als Kandidat der Linkspartei um Stimmen wirbt. Sehr detailliert beantwortete er am 26. Juni in Rangsdorf die an ihn gestellten Fragen.

Einmischen in die gesellschaftliche Debatte, sich vor Ort mit den überall brennenden sozialen Fragen auseinandersetzen, den Bürgern helfen und ihre Probleme im Bundestag sichtbar machen. Das ist seine Devise. Mit seinen 30 Jahren, jugendlichen Elan und schon gewonnenen Lebenserfahrungen kennt er die unterschiedlichen Wünsche der Jugend und die Probleme der älteren Generationen. So wird es sein Ziel sein, den Bildungsdrang der jungen Generation zu fördern, das Zurückbleiben nach Abschluss der Ausbildung ohne berufliche Perspektive positiv zu verändern und ihnen den notwendigen Freiraum für Unterhaltung und Lebensfreude zu schaffen. Zu lösen ist alsbaldig die Angleichung der Renten auf das Westniveau. Ins Blickfeld zu nehmen ist die sich abzeichnende Altersarmut, die auch die jüngeren Generationen betreffen wird.

Gefragt nach dem sehr umfassenden Wahlprogramm der Linkspartei wies er darauf hin, dass die Eckpunkte des Programms, der soziale Inhalt und die Ablehnung jeglichen Kriegseinsatzes in der nächsten Zeit deutlicher und für jeden Bürger begreifbar näher gebracht werden. Seitens der Medien wird alles getan, die Aktivitäten der Linkspartei zu verschweigen. Hier werden die grundsätzlichen Regeln der Demokratie mit Füßen getreten.

Achim Reichardt / Rangsdorf

(verkürzt veröffentlicht in MAZ/ZR 26.6.2013 mit der Überschrift: Einmischen in die Debatte)

Ein Sieg für den Verlierer

Von Andreas Fritsche

Es ist absurd: Die SPD verlor am Sonntag mit Pauken und Trompeten die Landratsstichwahl im brandenburgischen Teltow-Fläming. Weil aber Wahlsiegerin Kornelia Wehlan (LINKE) ganz knapp das Quorum von 15% der Stimmen aller Wahlberechtigten verfehlte, dürfen bei der SPD die Sektkorken knallen. Denn die erste Landrätin der märkischen Linkspartei ist vorerst verhindert. An Stelle der Bürger entscheiden nun wieder die Kreistagsabgeordneten, wer neuer Landrat wird. Die SPD ist stärkste Kraft im Kreistag und hat dadurch gute Aussichten, den Landratsposten zu besetzen – obwohl der frühere SPD -Landrat Giesecke wegen Korruption gehen musste, und obwohl auch SPD-Kandidat Gerhardt in der Wahl nicht zuletzt an einem Korruptionsfall scheiterte.

nd vom 16.04.2013

Zu „Volles Haus für Gregor Gysi beim Wahlkampfabend mit Kornelia Wehlan“

Es war das erste Mal, dass ein Bundespolitiker, noch dazu ein Linker, nach Rangsdorf kam und so viele Zuhörer wollten dabei sein. Die Bereitschaft Gregor Gysis, Kornelia Wehlan in ihrem Wahlkampf (zur Wahl eines neuen Landrates für Teltow-Fläming) zu unterstützen, wurde von Fraktion und Ortsverband der Linkspartei organisiert und von der großen Anzahl der Besucher begrüßt.

Natürlich vertritt DIE LINKE damit die Meinung, dass ihre Kandidatin wählbar und auch in der Lage ist, die Landratsfunktion auszuüben. Wie bei anderen Veranstaltungen auch wurde das Finanzproblem angesprochen. Gregor Gysi brachte es dabei deutlich auf den Punkt: Die Bundesregierung bestätigt jeden Tag, es gibt staatlicherseits immer höhere Einnahmen. Dennoch haben die Kommunen jedoch zunehmend größere finanzielle Probleme. Da läuft doch etwas schief. Und Kornelia Wehlan hat deutlich gemacht, dass der Abbau des Schuldenberges im Landkreis nicht zu Lasten der Bürger und der öffentlichen Daseinsfürsorge gehen darf.

Für Kornelia Wehlan stimmen und nicht zu Hause bleiben. Das ist unser Aufruf!

Für DIE LINKE hat dieser Wahlabend gezeigt, dass die Arbeit der Linksfraktion in der Gemeindevertretung und das Wirken des Ortsverbandes von den Bürgern geschätzt und anerkannt werden. Sie sollte sich zukünftig noch deutlicher positionieren.

Achim Reichardt

Rangsdorf

Der große Erklärer - Volles Haus für Gregor Gysi beim Wahlkampfabend mit Kornelia Wehlan

GROSS MACHNOW - „Gysi kommt.“ Kornelia Wehlans Werbung der vergangenen Tage von den Plakatwänden für die Veranstaltung der Linken in Groß Machnow zur Landratsstichwahl hat gezogen: Mehr als 200 Menschen aus der Region drängten sich im Saal des alten Gutshauses „Salve“ und warteten auf den großen Erklärer der Linkspartei.

Der Rangsdorfer Maler Ronald Paris erläuterte zu Beginn ein Deckenbild, das er zu Zeiten, als die LPG Nutzer des Hauses war, anfertigte und kürzlich auffrischte. Es war das einzige Mal, dass Gysi und Wehlan den Blick gen Himmel richteten, anschließend mussten sie sich den Mühen der Ebene stellen. Zumindest verbal.

Vorweg: Gregor Gysi (65) wurde allen Klischees gerecht. Der Berliner erläuterte, berichtete, fabulierte, philosophierte, trumpfte auf, stellte richtig und geriet – wie immer – ganz schön in Fahrt. Charmant und überzeugend, wie auch politische Gegner stets konstatieren. „Das regt mich richtig auf“, war ein Satz, den das Groß Machnower Publikum mehrfach hörte. Zu Beginn des Gesprächs von Moderatorin Maria Strauß gefragt, was der eine jeweils am anderen schätze, meinte Wehlan, Gysi könne auch komplizierte politische Zusammenhänge einfach erklären. Das trifft den Nagel auf den Kopf und damit punktete er, der einst in den Stallanlagen zwischen Blankenfelde und Jühnsdorf zum Rinderzüchter ausgebildet wurde. Waren die Fragen der Moderatorin nicht immer geeignet, Antworten für die Wähler einzuholen, die Entgegnungen der Landratskandidatin Wehlan gern weitschweifig und oft allgemein, versuchte Gysi, lose Enden zu verbinden und immer wieder, die große Politik auf die kommunale Ebene herunterzubringen. Das tat den Zuhörern, überwiegend Mitglieder und Sympathisanten der Linken, sichtlich wohl. Er sei gekommen, „damit unsere Landrätin auch eine wird“, so seine klare Ansage. Und dann erklärte er. Zum Beispiel den „tollen Deal“ der Privatisierung der öffentlichen Treuhandgesellschaft TLG, in deren Besitz sich Wohn- und Gewerbeimmobilien der neuen Länder befanden. Durch ein von der Bundesregierung nicht verhindertes Konstrukt aus Tochtergesellschaften gelang es dem neuen privaten Besitzer, die Immobilien unter Buchwert zu kaufen und den neuen Bundesländern Steuern in zweistelliger Millionenhöhe vorzuenthalten. „Ein Skandal!“, befand Gysi, er plant rechtliche Schritte. Er lieferte simple Erklärungen, warum auf der kommunalen Ebene immer weniger Geld bei immer höheren Anforderungen ankäme, was dagegen zu tun sei, warb eindringlich für die erste Brandenburger Landrätin in spe und die erste linke dazu. Teltow-Flämings besondere Rolle sei es, die Gunst der Stunde zu nutzen und „Vorzeigelandkreis Links“ zu werden. Kornelia Wehlan zeigte sich exzellent informiert, nannte Zahlen aus Wirtschaft und Verwaltung, doch irgendwie war es Gysis Wahlkampfabend. „Ob sich Wehlan und die Linken damit einen Gefallen getan haben, wage ich zu bezweifeln“, so das Fazit eines Rangsdorfers. Und: „Ja, wenn der Gysi hier zur Wahl stünde, wär’ die Sache klar“, fügte ein Blankenfelder Besucher hinzu.

(Von Andrea von Fournier) Veröffentlicht in Zossener Rundschau vom 11.04.2013

Wahlnachlese

Leserbrief von Hartmut Rex zum Beitrag in der Zossener Rundschau vom 26.03.2013 „Wahlnachlese“

veröffentlicht MAZ/ZR 30.03.2013


Kaum haben die Wähler ihr Votum für die Landratskandidaten abgegeben und schon haben Unterlegene vergessen, was sie "gestern" noch versprochen haben. Auf mehreren Wahlveranstaltungen bekundeten alle Kandidaten ein besseres Verstehen untereinander und für ein gemeinsames Handeln in der Sache. Schade, dass nun plötzlich nach dem übergreifenden Wählervotum keiner mehr mit der Siegerin Frau Wehlan zusammengehen kann. Ist der Frust so groß, weil sie eine Frau ist oder weil sie DIELINKE vertritt. Mit Anstand verlieren können Herr Rocher und Herr Dr. Kalinka jedoch nicht!! im Gegenteil sie rufen noch zum Boykott der Stichwahl auf, um den Bürgern das legitime Recht auf ihre Wahlentscheidung, wer Landrat oder Landrätin werden soll, zu nehmen. Eine derartige  Demokratiefeindlichkeit ist überdenkenswürdig und sollte die Bürger des Landkreises veranlassen, nun erst recht von ihrem Wahlrecht an der Stichwahl am 14.April Gebrauch zu machen.

Hartmut Rex

 

Leserbrief von Achim Reichardt zum Beitrag in der Zossener Rundschau vom 26.03.2013 „Wahlnachlese“

veröffentlicht MAZ/ZR 04.04.2013

 

Die Stichwahl für einen neuen Landrat oder Landrätin steht vor der Tür. Die Diskussion ist im vollen Gange, zur Wahl gehen oder es sein lassen? Nein, nicht sein lassen!

Bei zahlreichen Anfragen musste ich feststellen, dass es über die demokratischen Spielregeln und das Wahlverfahren viel Unkenntnis gibt.

Das Gesetz, die Landräte direkt durch die Bevölkerung zu wählen, war doch schon 2009 geschaffen worden, um den demokratischen Rechten der Bürger mehr Geltung zu verschaffen. Nach der ersten Runde der Wahl wird schon wieder darüber diskutiert, den Landrat über parlamentarische Mehrheiten im Kreistag zu „wählen“. Damit soll wohl ein für diese oder jene Partei höriger Kandidat im internen Pokerspiel ins Rennen geschickt werden. Oder noch schlimmer. Ein Landrat könnte mittels einer Ausschreibung deutschlandweit an die Spitze unseres Landkreises gehievt werden.

Die Vorstellungsrunden der Kandidaten haben gezeigt, dass wir in Teltow-Fläming keinen Finanz- oder Verwaltungsfachmann, keinen Behördenleiter von außen brauchen. Wir brauchen einen Landrat/Landrätin aus unserer Region, der die Probleme der Menschen und der Kommunen sowie die Entwicklungsprobleme des Kreises kennt.

Die Demokratie wird zwar immer wieder beschworen, wenn es jedoch darauf ankommt, überlassen viele Bürger sie dem Selbstlauf. Ist mir alles egal oder damit habe ich nichts zu tun, das sollte nicht die Devise sein.

Bei der Volksabstimmung zum Fluglärm stimmten 106.000 Bürger für die darin geltend gemachten Forderungen. Bei der Landratswahl, wo nur 20.691 Stimmen für einen der beiden Kandidaten benötigt werden, sollte es doch möglich sein, das Wahlverfahren positiv durch die Teilnahme an der Wahl abzuschließen.

Der erste Wahlgang und die Vorstellungsrunden der vier Kandidaten sollten doch nicht für umsonst gewesen sein.

Achim Reichardt

Chance Landratswahl

Zu „Fünf Bewerber……“ MAZ vom 20.2.

Den Piraten sei gedankt, dass die Veranstaltung mit den fünf Landratskandidaten in Rangsdorf stattfand. Die Teilnehmer waren gespannt, wie die Kandidaten in der Vorstellungsrunde auf die brisanten Themen in unserem Landkreis eingehen.

 Zu Beginn gingen die Kandidaten gleichermaßen auf die Finanzen und die Haushaltsproblematik ein. So empfinden also alle, dass bei der Übernahme einer solchen gesellschaftlichen Funktion die Haushaltsprobleme das Wichtigste sind.

Ohne Geld, keine Macht, keine Gestaltungsmöglichkeit. Deshalb ging es um die Haushaltskonsolidierung und um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Kreis und Bürgermeistern. Deutlich wurde, dass die Verwaltung mehr Führung, mehr Offenheit und mehr Transparenz braucht.

Schade, dass diese Statements dem Journalisten entgangen sind, der just zur Bürgerfragerunde erschien. Insofern ist ihm einfach nur entgangen, dass beide, SPD und LINKE Kandidaten, keine Streichung der öffentlichen Güter wollen.

Gänzlich anders als im Bericht ausgeführt, habe ich die Ausführungen zur Haushaltssanierung von Kornelia Wehlan verstanden. Sie sprach von zwei Ebenen. Einmal die Ebene zum Abbau des großen strukturellen Defizits, was nur mittel- und längerfristig gehen wird. Und die Ebene der jährlichen Haushaltsplanung. Hier verwies sie auf den aktuellen Haushaltsplan, wo die Einnahmen bei 204 Millionen und die Ausgaben bei 208 Millionen Euro liegen.

Das Defizit muss weg, waren ihre Worte und angesichts der Proteste der Bürgermeister zur Höhe der Kreisumlage wird sich das nicht einfach gestalten. Wo also „relativierte Wehlan“? Oder hat sich der Journalist schon auf einen Kandidaten festgelegt?    

 Eine interessante Diskussion gab es zur Frage der Privatisierung von kommunalen Einrichtungen, der öffentlichen Daseinsfürsorge. Unterschiedlich wurde darauf eingegangen. Die eindeutige Position von Kornelia Wehlan war, kreiseigene Unternehmen zu stärken, nicht los werden. Bei einer guten Wirtschaftsführung brauchen sie keine Zuschüsse und können gute Leistungen im Interesse der Bürger erbringen.

Angesichts der Tatsache, dass der neue Landrat oder die neue Landrätin direkt von der Bevölkerung zu wählen ist, muss dafür geworben werden, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Wenn die Bürger diese demokratische Errungenschaft nicht erkennen und der Wahl fernbleiben, überlassen sie letztendlich die Neuwahl den Kreistagsabgeordneten.

Achim Reichardt

Rangsdorf